Königsbrunn,
18.10.2013 (
pca
). Das Caritas-Seniorenzentrum St.
Hedwig in Königsbrunn war zum Magneten für viele Gläubige geworden. Mehr und
mehr Katholiken feierten dort in der Hauskapelle werktags wie an Sonntagen den
Gottesdienst mit. Doch die Kapelle war etwas versteckt im ersten Stock am Ende
eines langen Ganges vorbei an Bewohnern. Auch bot sie nicht viel Platz, so
wenig, dass Diözesan-
Caritasdirektor
Pfarrer Dr.
Andreas
Magg
Gläubigen seinen Priestersitz immer
wieder anbot.
Das ist nun
Vergangenheit. Das Caritas-Seniorenzentrum der CAB Caritas Augsburg
Betriebsträger
gGmbH
hat nun eine modern und räumlich
großzügig gestaltete Kapelle. „Es fühlt sich jeder wohl, der in sie
hineingeht“, wie es Königsbrunns Bürgermeister Ludwig Fröhlich formulierte. Am
Freitag hat nun der Augsburger Diözesan-Bischof Dr. Konrad
Zdarsa
die Kapelle feierlich geweiht. „Damit hat Gott ihnen ein schlagendes Herz für
dieses Haus geschenkt“, sagte er in seiner Predigt. Der Tag der Kapellenweihe
wie auch jeder Besuch der Kapelle zur Feier des Gottesdienstes und zum Gebet
laden dazu ein, „die Augen dafür zu öffnen, dass Gott mit uns an jedem Tag
ist.“
So schön
eine Kapelle oder Kirche sein mag, ein Ambo ist kein Ambo, wenn er nicht
gesegnet wurde, ein Altar ist kein Altar, wenn er nicht feierlich geweiht
wurde. So viele Gläubige, Bewohnerinnen und Bewohner, Gäste und
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nahmen an diesem seltenen Ereignis teil, dass
der Nebenraum auch noch geöffnet werden musste, damit alle der beeindruckenden
Weiheliturgie folgen konnten. Nach der Segnung des Weihwassers wurde der Ambo,
der Ort der Verkündigung der Heiligen Schrift und in der Predigt, mit dem
Weihwasser gesegnet. Nach der Predigt folgte der Höhepunkt mit der Altarweihe. Als
Zeichen der Verbundenheit mit den Heiligen und der Kirche über die Jahrhunderte
hinweg legte Bischof
Zdarsa
eine Reliquie des
Katakombenmärtyrers
Pius in eine Kapsel am Boden des
Altars. Danach segnete er den Altar mit Weihwasser und salbte ihn mit
Chrisamöl
. Zur Anrufung des Heiligen Geistes entzündete er
eine Mischung von Weihrauch und Wachs an allen vier Ecken und in der Mitte des
Altares. Es rauchte relativ stark, so dass die Verantwortlichen die Türen
aufrissen, damit auf keinen Fall die Rauchmelder Alarm schlugen.
750.000 Euro
hatte der Caritasverband für die Diözese Augsburg e. V. für den Bau in die Hand
genommen. Dafür hat sie einen hellen quadratischen Raum erhalten, der schlicht
gestaltet wurde, um so stärker das Zentrum der Kapelle, den Altar, zu
unterstreichen. Darüber befindet sich die einzige direkte Tageslichtöffnung,
die in Form einer Lichttrompete gestaltet worden war, so dass das Tageslicht in
mehrfacher Richtung nach gebrochen wird. Die Wände bestehen aus heimischer
Weißtanne. Die Böden aus ebenfalls heimischem
Jurakalk
.
So vermittelt der ganze Raum einen warmen Charakter. Die Planung und die
Ausführung dafür lagen in den Händen des Augsburger Planungsbüros
Schrammel
-Architekten.
Für die
künstlerische Ausgestaltung war der Künstler und Theologe Franz
Höchstötter
aus
Apfeltrach
im
Unterallgäu verantwortlich. Ihm gelang es, durch schlichte Akzentuierungen der
Kapelle ein künstlerisches Eigenleben zu schenken. Eine blank polierte
Sonnenscheibe aus Messing trägt den Gekreuzigten aus der alten Kapelle, umarmt
und birgt ihn zugleich. Auch die geradlinige
Tabernakelsäule
mit dem schlichten Tabernakel selbst stammt aus seiner Hand. Ein besonderes,
etwas eigenwilliges Kunstwerk stellt die neu geschaffene Madonna mit Jesus dar.
Jesuskind wird nicht als Baby gezeigt, sondern als Kind, das der Mutter frech
das Tuch vom Kopf zieht.
Damit der Bau gelingen konnte, mussten die Pfarrgemeinde Zur Göttlichen Vorsehung und die Caritas Grundstücke tauschen. Die Kapelle steht nun in Richtung der Pfarrkirche. Für den Grundstückstausch zeigte sich Diözesan- Caritasdirektor Pfarrer Dr. Magg dem Pfarrer von Königsbrunn, Bernd Weidner, sehr dankbar. Magg lud die Gläubigen ein, die Kapelle für kleinere Feiern, Goldene Hochzeiten oder Taufen zu nutzen. „Im Winter ist unsere Kapelle auch immer geheizt“, warb er. Anni Fries, stellvertretende Landrätin des Landkreises Augsburg, unterstützte ihn in seinem Anliegen, als sie die Kapelle einen „wundervollen Ort, ein Kleinod für Königsbrunn“ lobte. „Das Caritasseniorenzentrum St. Hedwig hat dadurch eine großartige Aufwertung erfahren.“ Der Raum der alten Kapelle wird in Pflegezimmer umgebaut werden.